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Seven Spaces

Designtheorie | Visual Music

In diesem Projekt ging es um die Gestaltung einer Schnittstelle zwischen Musik und Visualisierung sowie zwei- und dreidimensionaler Raumgestaltung. In Zusammenarbeit mit der CD-Produktion „Seven Spaces“ des Sounddesigners Patrick Leuchter (Ambiente/Soundscape), sollte eine Visualisierung der verschiedenen Tracks der neuen CD erstellt werden. Die Besonderheit des Stücks bestand darin, dass sie in binauralem Stereo-Ton produziert sind, der bei Kopfhörerwiedergabe einen realistischen Raumeindruck erzeugt. Zum Ende des Projekts sollte eine Ausstellung zu einer visuell-akustischen Installation gestaltet werden. Dabei sollte der spielerische Umgang mit Raum und der bewussten Transformation von Sound in anderen Medien im Vordergrund stehen. Auf zwei etwa rechtwinklig zueinander stehenden Flächen aus waagerecht gespannten Seilen wurde eine abstrakte Visualisierung des Tracks gemappt. Im hinteren Eck kreuzten sich diese und ließen in der Mitte der Installation eine Fläche entstehen. Durch die Seile wurden Saiteninstrumente des Songs wie etwa Gitarren oder Geigen abstrakt angedeutet. Der Raum wurde vollständig abgedunkelt. Nachdem wir einen Kellerraum mit diesen Voraussetzungen organisiert hatten, begannen wir mit der Ausmessung des Raums und dem Entwurf einer Rahmenkonstruktion. Balken wurden mit Ringösen versehen, wodurch das Seil gefädelt werden konnte, um dieses auch nachträglich spannen zu können. Aufgrund der Raumgröße und der Öffnungswinkel der vorhandenen Beamer, musste jede Fläche mit jeweils einem Beamer projizieren werden. Um eine optimale Ausleuchtung der Installationsfläche zu gewährleisten, mussten wir die genaue Position sowie den Winkel bestimmen, um anschließend entsprechende Konstruktionen für die Halterungen zu bauen.

Nachdem die Seile gespannt waren, begannen wir mir der Visualisierung. Da das Feld des Mappings uns relativ neu war, haben wir hierzu Ioannis Mihailidis aus dem Studio Farbraum konsultiert. Um eine Art Skript für die Visualisierungen zu erstellen, mussten wir erst den Track „Done and Gone“ analysieren: Der Song wurde in verschiedene Phasen unterteilt, die verschiedenen Instrumente und andere Klangelemente wurden analysiert und mögliche Muster und Wiederholungen erörtet. Dem Klang der Komponenten entsprechend entwickelten wir intuitiv Visualisierungselemente und synchronisierten sie zum Track. Diese ersten Entwürfe testeten wir bei einem Pre-mapping. Hier haben wir die Beamer final eingerichtet und das Basic-Mapping (die Maske, die das Licht auf die Seile projiziert) eingestellt.

In diesem ersten Testlauf konnten wir feststellen, welche Formen und visuellen Effekte gut funktionieren und welche verändert werden müssten. Aufgrund der rauhen Seile und des somit nicht exakten Mappings wurde  der Hintergrund mit schwarzem Molton abgehangen und die Balken schwarz lackieren. Auf diese Weise wurde das überschüssige Licht „verschluckt“. In ausgiebiger Arbeit erstellten wir nun die vollständige Visualisierung und finalisierten sie noch ein letztes Mal im Raum. Der Feinschliff erfolgte dann in einer symbiotischen Zusammenarbeit zwischen dem physikalischen Mapping und dem audiosensitiven Output.

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Leonie Spachtholz | Sebastian Miller